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Deutschlands erster „Klima-Winzer“

Unsere Entdeckung im Kraichgau: David Klenert

22. Juni 2020
Werner Elflein

deutschlands-erster-klimawinzer.jpgBild: Pixabay

David Klenert ist Deutschland erster „Klima-Winzer“. Sein 2015 gegründetes Weingut in Kraichtal-Münzesheim ist nicht nur bio-zertifiziert, der Jungwinzer geht sogar noch einen Schritt weiter. Sein Ansatz, die Qualität der Böden zu verbessern und damit zu helfen, den weltweiten CO2-Verbrauch zu senken, führte ihn zunächst zu einem befreundeten Landwirt. Von dort übernahm er Ideen aus der regenerativen Landwirtschaft, mit dem Ziel, den natürlichen Humusanteil seiner Weinbergsböden Schritt für Schritt von derzeit 1,5 auf bis zu vier Prozent zu erhöhen. Dies entspricht, je nach Bodenart, einer Bindung von zusätzlich 70 bis 130 Tonnen CO2 pro Hektar. Um sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen, schickt Klenert Bodenproben zur Untersuchung an ein unabhängiges Labor.

Gemeinsam mit Ehefrau Eva bewirtschaftet David Klenert rund 14 Hektar Weinberge im Kraichgau, dem nördlichen Ausläufer des Weinbaugebiets Baden, der die Ortenau mit der Badischen Bergstraße verbindet. Hier, zwischen Bruchsal und Wiesloch, dominieren die Burgundersorten, bei denen Klenert bereits nach kurzer Zeit eine enorme Stilsicherheit erreicht hat.

Egal, ob Auxerrois, Chardonnay, Weiß- oder Grauburgunder – immer wieder fanden wir eine zarte Cremigkeit, die im Glas eine nahezu perfekte Liaison mit feinen, reifen Fruchtaromen eingeht. Die Natürlichkeit seiner Weißweine unterstützt Klenert nur bei ausgewählten Partien mit neuem Holz, das er dosiert und nicht des vordergründigen Effekts willen einsetzt. Beeindruckt hat uns hier vor allem der 2019 erstmals aufgelegte Chardonnay „Black Label“, bei dem sich reife und teilweise tropische Fruchtaromen in subtile Röstnoten einbetten.

Bei den Rotweinen setzt sich die vorwiegend dunkelbeerige und ausladende Frucht mit markanten, zugleich aber geschmeidigen Tanninen auseinander. Insbesondere die „Cuvée Rot“ aus Spätburgunder und Lemberger wirkt dabei ausgesprochen hedonistisch. Beim hochkonzentrierten, üppigen und polarisierenden „Pango“ (was in der Sprache der neuseeländischen Maori schwarz bedeutet) lotet Klenert geschickt die Grenzen zwischen Voll- und Überreife aus.

Die Weine im Überblick

Klenert

Rathausstraße 4
76703 Kraichtal
Deutschland
Telefon: +49 7250 3319755
Telefax: +49 7250 3319950
Internet: www.klenert-wein.de
E‑Mail: david@klenert-wein.de

Portrait und alle Weine

WeinweißtrockenWeißer Riesling

2019er Riesling Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 7 20 • 12,5 % vol Alkohol

14🯅

Verkostet am 9. Mai 2020 von Werner Elflein

Zum Strohgelb tendierendes Zitronengelb. Süß-saurer, von der Nase bis ins Finale durchgängige Zitrusaromen. Zeigt am Gaumen eine leichte Bitternote und wirkt bereits sehr zugänglich. Gut ausbalanciert und mit Länge.

WeinweißtrockenAuxerrois

2019er Auxerrois Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 1 20 • 13 % vol Alkohol

16🯅

Verkostet am 20. Mai 2020 von Werner Elflein

Grüngelb. Erdig-würziger Duft nach gelben Zitrusfrüchten und grünem Apfel. Eröffnet im Mund zunächst mit scheinbar schlankem Körper, entfaltet jedoch schon bald eine zarte Cremigkeit auf der Zunge. Reife, recht vitale Säure, noch deutliche Gärkohlensäure. Rosa Grapefruit im Abgang. Sehr gute Länge und Nachhaltigkeit.

WeinweißtrockenWeißer Burgunder

2019er Weißburgunder Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 5 20 • 13 % vol Alkohol

15🯅

Verkostet am 16. Mai 2020 von Werner Elflein

Helles Gelb. Weißburgunder-typisches Bukett wie aus dem Lehrbuch, zart buttrig, mit nussigem Touch und feinen, eher leisen Fruchtnoten. Gut ausbalancierte, reife und weiche Säure am Gaumen. Pikant anklingende Kräuterwürze, gute Länge.

WeinweißtrockenChardonnay

2019er Chardonnay Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 4 20 • 12,5 % vol Alkohol

16🯅

Verkostet am 20. Mai 2020 von Werner Elflein

Grünliches Weißgold. Von pflanzlichen Noten und Minze geprägtes Bukett mit Aromen von Limette. Zartcremig am Gaumen, mit vitaler, pikant anklingender Säure. Hervorragende Länge. Der Beweis, dass Chardonnay kein neues Holz braucht, um zu gefallen.

WeinweißtrockenRuländer

2019er Grauburgunder Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 2 20 • 13 % vol Alkohol

15,5🯅

Verkostet am 16. Mai 2020 von Werner Elflein

Zum Strohgelb tendierendes Zitronengelb. Rebsortentypische Aromatik mit Duft nach reifem gelben Apfel. Seriöser Grauburgunder, der nicht auf die weit verbreitete Tutti-Frutti-Stilistik setzt, sondern über würzige und erdige Struktur verfügt. Animierendes Spiel, reife Säure, gute Länge.

WeinweißtrockenRuländer

2019er Grauburgunder „Black Label“ Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 9 20 • 13 % vol Alkohol

16🯅

Verkostet am 15. Juni 2020 von Werner Elflein

Helles Kupfergold. Expressiver und erfrischender, von lediglich zarten Röstaromen untermalter Duft nach grünem Apfel und Haselnuss. Eher subtiler Holzeinfluss und großartige Frische auch auf der Zunge. Gleichzeit cremig und mit harmonischer, weicher Säure. Das Gefüge des Weines unterstützende phenolische Note im Abgang, die an Nektarinenhaut erinnert. Sehr gute Länge.

WeinweißtrockenChardonnay

2019er Chardonnay „Black Label“ Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 10 20 • 14 % vol Alkohol

17,5🯅

Verkostet am 13. Juni 2020 von Werner Elflein

Grünliches helles Gelb mit strohgelben Akzenten. Vielschichtiger Duft von Ananas, gelben tropischen Früchten, Walderdbeere, grünen Kräutern und gerösteter Kaffeebohne. Ätherische Komponente. In der zweiten Nase Anklänge von Milchkaffee. Zartcremiges Mundgefühl. Erfrischende, reife und eingebundene Säure. Hervorragende Ausgewogenheit und Länge.

WeinweißtrockenScheurebe

2019er „Klenert S“ Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 3 20 • 13 % vol Alkohol

15,5🯅

Verkostet am 5. Juni 2020 von Werner Elflein

Zitronengelb. Floral untermalter Duft nach rosa Grapefruit. Zeigt sich auf der Zunge ausgewogen mit der typischen Würze und Frische der Rebsorte. Die Aromatik ist weder laut noch zu leise, etwas Gärkohlensäure sorgt zusätzlich für Belebung. Guter Nachhall. Mustergültige trockene Scheurebe.

Weinrosétrocken bis feinherbBlauer LimbergerBlauer Spätburgunder

2019er Rosé Qualitätswein

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 6 20 • 13 % vol Alkohol

13,5🯅

Verkostet am 30. Mai 2020 von Werner Elflein

Rosé mit zarten Blautönen. Von üppigen Erdbeeraromen geprägter, süßlicher Duft. Die Aromatik setzt sich auf der Zunge expressiv fort, leider wirkt hier die deutlich schmeckbare Süße sättigend und im Hinblick auf Tiefe und einen klaren Fokus der Frucht wenig konstruktiv. Gute Länge.

Perlweinrosétrocken bis feinherb

2019er „Secco“ Rosé Perlwein

Deutschland

Losnummer 220 • 12 % vol Alkohol

13🯅

Verkostet am 22. Mai 2020 von Werner Elflein

Alles Erdbeere. Über die Farbe, einem leuchtenden Erdberrot, und dem Duft – hier überlagert etwas Himbeere das klare Erdbeeraroma – bis zum primären Geschmackseindruck auf der Zunge erinnert nahezu alles an die süße Frucht, untermalt von einer feinen Perlage, ausgewogen und mit ordentlicher Länge.

SchaumweinrosébrutBlauer Spätburgunder

2018er Pinot Rosé Sekt

Deutschland

Losnummer 319 • 12,5 % vol Alkohol

14,5🯅

Verkostet am 6. Juni 2020 von Werner Elflein

Kräftiges Rosé. Nicht zu dominanter Duft nach reifer Erdbeere. Sehr feine, schnell aufsteigende Perlage. Moderate Kohlensäure. Fruchtbetonter, harmonischer Schaumwein mit eher femininen Charakterzügen. Gute Länge.

WeinrottrockenBlauer Limberger

2018er Lemberger Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 23 19 • 14 % vol Alkohol

16🯅

Verkostet am 18. Mai 2020 von Werner Elflein

Tiefdunkles, blickdichtes Kirschrot mit violettem Rand. Noch ein wenig laktisch in der Nase. Ausladender Duft nach Holunder und dunklen Beeren. Im Mund mit kräftigem Körper, guter Konzentration, samtig-weichen, aber dennoch markanten Tanninen und feiner Würze. Sehr gute Länge, ausdrucksvoller Abgang. Charaktervoller Lemberger, der eher an einen österreichischen Blaufränkisch als einen Württemberger erinnert.

WeinrottrockenBlauer Spätburgunder

2018er Spätburgunder Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 24 19 • 13 % vol Alkohol

16🯅

Verkostet am 21. Mai 2020 von Werner Elflein

Kirschrot mit mittlerer Transparenz. Konzentrierter Duft nach dunklen Beeren, insbesondere Brombeere, Heidelbeere und Cassis. Reife, markante, samtige bis grobkörnige Tannine. Würzige Pinotfrucht, feine Säure, sehr gute Länge. Ein Spätburgunder mit Potenzial, der aber noch ein paar Jahre Zeit braucht.

WeinrottrockenBlauer LimbergerBlauer SpätburgunderDornfelder

2018er „Cuvée Rot“ Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 22 19 • 13,5 % vol Alkohol

15🯅

Verkostet am 14. Mai 2020 von Werner Elflein

Tiefdunkles, blickdichtes Rot. In der jugendlichen, noch dezent laktischen Nase zeigen sich dunkle Beerenfrüchte, Cassis und ein Hauch Milchschokolade. Reife und samtweiche Tannine auf der Zunge, harmonisch und mit sehr guter Länge. Eine gelungene, hedonistische Rotweincuvée.

WeinrottrockenBlauer SpätburgunderCabernet Sauvignon

2018er „Pango“ „Black Label“ Qualitätswein trocken

Deutschland

Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 4164 26 19 • 13,5 % vol Alkohol

16🯅

Verkostet am 14. Juni 2020 von Werner Elflein

Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Spätburgunder. Dunkles, schwach transparentes Kirschrot. Hochkonzentrierter, schwerer Duft nach dunklen Beeren und Teer mit ausgeprägten Röstaromen. Im Hintergrund sehr dezente aufhellende Anklänge von gelben Dörrfrüchten und Mirabelle. Mit Luft sticht mehr und mehr Süßkirsche hervor. Am Gaumen wieder starke Röstaromen, schokoladige Tannine, viel Würze und mit hervorragender Länge. Hochextrahierter Rotwein, der die Grenzen zwischen Hoch- und Überreife auslotet.

Zeichenerklärung
🯅Die Bewertung des Weins basiert auf einen einzelnen Verkoster. Der Verkoster wird namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte entweder offen oder blind. Im Falle einer blinden Verkostung ist diese explizit als solche gekennzeichnet.
🯅🯅Die Bewertung des Weins basiert auf zwei Verkostern. Die Verkoster werden namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte nach dem Vier-Augen-Prinzip, bei der sich beide Verkoster auf eine gemeinsame Bewertung einigen.
🯅🯅🯅Die Bewertung basiert auf einer Verkostung unserer Jury und gibt den von uns aus den Einzelbewertungen der Verkoster errechneten Mittelwert an. Unser Mittelwert basiert auf dem Median.
Die Bewertung des Weins erfolgte im Rahmen einer Blindverkostung. Für eine Blindverkostung gelten bei uns strenge Regeln. Die Verkoster erhalten grundsätzlich keinerlei Informationen, die eine Identifizierung der Weine ermöglicht. Weitere Informationen, die über die Themenstellung hinausgehen, sind den Verkostern nur dann zugänglich, wenn sie für das Verständnis der Weine unbedingt erforderlich sind.
🕓Für die Verkostung des Weins stand uns – typischerweise während einer offenen Verkostungsveranstaltung, beispielsweise einer Weinmesse – nur wenig Zeit zur Verfügung. Der Wein konnte daher in seiner Entwicklung im Glas nicht über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Die Aussagefähigkeit unserer Bewertung kann daher unter Umständen eingeschränkt sein.
Der Wein wurde als Fassmuster oder vor Erteilung einer amtlichen Prüfungsnummer oder staatlichen Prüfnummer verkostet. Muster ungefüllter Weine werden von uns nur in Ausnahmefällen akzeptiert, und auch nur dann, wenn wir von einer ausreichenden Stabilität auf der Flasche für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ausgehen können.
Der Wein zeigte sich bei unserer Verkostung sensorisch auffällig. Dabei muss es sich nicht zwingend um einen Weinfehler handeln. Qualität und Quantität der Auffälligkeit werden von uns kategorisiert und fließen in die Bewertung ein. Weinfehler wie Korkschmecker oder die untypische Alterungsnote führen grundsätzlich zu einer vollständigen Ablehnung.
Verkostungen, die sich auf dieselbe Flasche eines Weins beziehen, werden optisch durch eine Punktelinie zusammengefasst.