Endlich Ortsweine!
Paradigmenwechsel im Weingut Dr. Heger
15. Juli 2020
Werner Elflein
Bild: Deutsches WeininstitutIm Gegensatz zu manch anderem in der Branche hat der Ihringer Joachim Heger seine Weinlinien immer strikt und konsequent voneinander getrennt. Während im Weingut Dr. Heger fast ausschließlich Weine aus den von vulkanischem Gestein geprägten Einzellagen des Kaiserstuhls angeboten werden, verarbeitet das Weinhaus Joachim Heger in erster Linie die auf Lössboden gewachsenen Trauben aus einer Erzeugergemeinschaft. Kürzlich brachte das Weingut jedoch erstmals vier Abfüllungen als Ihringer Ortsweine ohne Angabe der Einzellage in den Verkauf. Wir haben sie verkostet.
… ein Ortswein?
Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) stammen Ortsweine aus den nach eigener Einschätzung besten Weinbergen eines Ortes. Sie sollen einen ersten Eindruck von der Idee der einer präzisen Herkunft vermitteln. Da aber eben nicht jeder Ort über unverwechselbare Bodenstrukturen und Kleinklimata verfügt, die sich in einem Ortswein widerspiegeln, kann in von einer schmeckbar eindeutigen Herkunft in aller Regel nicht die Rede sein. Die Kategorie Ortswein ist daher wohl die umstrittenste innerhalb der so genannten Qualitätspyramide des VDP.
Alle vier Weine machen eine gute Figur und können überzeugen. Hinsichtlich ihrer Wertigkeit gibt es jedoch Abstufungen, die sich auch nachvollziehbar in der Preisgestaltung wiederfinden lassen. Den nur knapp über der Zehn-Euro-Grenze positionierten Silvaner sahen wir auch tatsächlich ein wenig einfacher strukturiert als seine drei Pendants, obgleich auch er, als Vertreter der leichteren Gewichtsklasse, Trinkspaß vermitteln kann.
Bild: Dr. HegerDie opulenten und cremigen Weiß- und Grauburgunder, beide aus dem heißen Jahr 2018, würden sich in Blindverkostungen zweifellos auch unter anspruchsvollen Lagenweinen behaupten können. An dieses gute Niveau schließt der feingliedrige 2016er Spätburgunder nahtlos an.
Die Weine im Überblick
Dr. Heger
Bachenstraße 19/21
79241 Ihringen
Deutschland
Telefon: +49 7668 205
Telefax: +49 7668 9300
Internet: www.heger-weine.de
E‑Mail: info@heger-weine.de
2019er Ihringer Silvaner Qualitätswein trocken
VDP.ORTSWEIN ®
Deutschland
Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)
Amtliche Prüfungsnummer 311 7 20 • 12,5 % vol Alkohol
2018er Ihringer Weißburgunder Qualitätswein trocken
VDP.ORTSWEIN ®
Deutschland
Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)
Amtliche Prüfungsnummer 311 3 20 • 14 % vol Alkohol
2018er Ihringer Grauburgunder Qualitätswein trocken
VDP.ORTSWEIN ®
Deutschland
Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)
Amtliche Prüfungsnummer 311 4 20 • 14 % vol Alkohol
2016er Ihringer Spätburgunder Qualitätswein trocken
VDP.ORTSWEIN ®
Deutschland
Baden • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)
Amtliche Prüfungsnummer 311 27 19 • 13,5 % vol Alkohol
Zeichenerklärung
| 🯅 | Die Bewertung des Weins basiert auf einen einzelnen Verkoster. Der Verkoster wird namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte entweder offen oder blind. Im Falle einer blinden Verkostung ist diese explizit als solche gekennzeichnet. |
| 🯅🯅 | Die Bewertung des Weins basiert auf zwei Verkostern. Die Verkoster werden namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte nach dem Vier-Augen-Prinzip, bei der sich beide Verkoster auf eine gemeinsame Bewertung einigen. |
| 🯅🯅🯅 | Die Bewertung basiert auf einer Verkostung unserer Jury und gibt den von uns aus den Einzelbewertungen der Verkoster errechneten Mittelwert an. Unser Mittelwert basiert auf dem Median. |
| ⚖ | Die Bewertung des Weins erfolgte im Rahmen einer Blindverkostung. Für eine Blindverkostung gelten bei uns strenge Regeln. Die Verkoster erhalten grundsätzlich keinerlei Informationen, die eine Identifizierung der Weine ermöglicht. Weitere Informationen, die über die Themenstellung hinausgehen, sind den Verkostern nur dann zugänglich, wenn sie für das Verständnis der Weine unbedingt erforderlich sind. |
| 🕓 | Für die Verkostung des Weins stand uns – typischerweise während einer offenen Verkostungsveranstaltung, beispielsweise einer Weinmesse – nur wenig Zeit zur Verfügung. Der Wein konnte daher in seiner Entwicklung im Glas nicht über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Die Aussagefähigkeit unserer Bewertung kann daher unter Umständen eingeschränkt sein. |
| ⛬ | Der Wein wurde als Fassmuster oder vor Erteilung einer amtlichen Prüfungsnummer oder staatlichen Prüfnummer verkostet. Muster ungefüllter Weine werden von uns nur in Ausnahmefällen akzeptiert, und auch nur dann, wenn wir von einer ausreichenden Stabilität auf der Flasche für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ausgehen können. |
| ▲ | Der Wein zeigte sich bei unserer Verkostung sensorisch auffällig. Dabei muss es sich nicht zwingend um einen Weinfehler handeln. Qualität und Quantität der Auffälligkeit werden von uns kategorisiert und fließen in die Bewertung ein. Weinfehler wie Korkschmecker oder die untypische Alterungsnote führen grundsätzlich zu einer vollständigen Ablehnung. |
| Verkostungen, die sich auf dieselbe Flasche eines Weins beziehen, werden optisch durch eine Punktelinie zusammengefasst. |