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Pascal Oberhofer startet durch

Generationenwechsel im Pfälzer Traditionsweingut

9. Juni 2020
Werner Elflein

pascal-oberhofer-startet-durch.jpgBild: Deutsches Weininstitut
Mandelblüte in der Pfalz

Zur Zeit der Französischen Revolution waren sie fast 200 Jahre alt. Die Rebstöcke im Rhodter Rosengarten, überwiegend Gewürztraminer, stehen heute noch. Die Reblaus und zwei Weltkriege konnten ihnen nichts anhaben.

Eigentümerin des vermutlich ältesten noch im Ertrag stehenden Weinbergs der Welt ist die Familie Oberhofer, deren Vorfahren einst aus Südtirol in die Pfalz kamen. Ihre Weinberge bewirtschaften die Oberhofers seit 2008 ökologisch. Daran soll sich auch im Zuge des laufenden Generationenwechsels – Schritt für Schritt übernimmt der 25-jährige Junior Pascal den Betrieb – nichts ändern.

Die animierenden Weine des talentierten Pascal Oberhofers sind ambitioniert, gleichzeitig aber auch bodenständig. Konzentration ordnet sich hier der Trinkfreude unter. Ob dabei unter den noch jungen 2019ern der trockene Gewürztraminer aus dem Edesheimer Forst nicht doch eine Spur zu leicht ausgefallen ist, bleibt Geschmackssache. In jedem Falle gelingt den Weißweinen, allen voran denen aus den Burgundersorten, der Spagat zwischen zartcremiger Fülle und Leichtigkeit auf der einen, die Vereinigung der feinen, vibrierenden Säure mit reifen Fruchtaromen auf der anderen Seite.

Pascal Oberhofer beweist, dass Unkompliziertheit sich durchaus mit Vielschichtigkeit in Einklang bringen lässt und nicht zwingend in Banalität münden muss.

Der feine, nach Vanille duftende 2018er Chardonnay von der Edesheimer Madonnenhöhe erinnerte uns an einen hochklassigen Chablis. Frankophile Anklänge fanden wir auch bei den beiden 2017er Spätburgundern aus den Edesheimer Gewannen Am Kirchberg und Apfelgarten. Hier erinnerte uns insbesondere im Falle des Apfelgartens (dessen Anerkennungsverfahren zum amtlich eingetragenen Gewann noch läuft) der Einsatz neuen Holzes frappierend an die Stilistik des Ahr-Weinguts Jean Stodden. Die noch sehr markanten Tannine benötigen unbedingt Zeit. Mit mehreren Jahren Reife sollte sich der Vorsprung des Apfelgartens gegenüber dem Kirchberg dann allerdings noch ausbauen.

Ein besonderes Lob möchten wir dem knochentrockenen Rosé aus Cabernet Sauvignon und Merlot zollen. So viel Klarheit und Präzision finden wir bei einem Wein dieser Kategorie höchst selten.

Die Weine im Überblick

Oberhofer

Am Linsenberg 1
67483 Edesheim
Deutschland
Telefon: +49 6323 944911
Telefax: +49 6323 944949
Internet: www.weingutoberhofer.de
E‑Mail: info@weingutoberhofer.de

Portrait und alle Weine

WeinweißtrockenRoter Traminer

2019er Edesheimer Forst Gewürztraminer Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 4 20 • 12,5 % vol Alkohol

14🯅

Verkostet am 6. Mai 2020 von Werner Elflein

Blassgelb. Schlanker, vor dem Rebsortenhintergrund eher zurückhaltender Rosenduft. Am Gaumen mit aromatischem Auftakt, im weiteren Verlauf auf der Zunge eher mit dezenter Frucht. Derzeit noch deutlich von Kohlensäure geprägt. Benötigt mehrere Stunden Luft, um sich zu öffnen. Gute Länge. Zartcremig im Abgang.

WeinweißtrockenAuxerrois

2019er Edesheimer Rosengarten Auxerrois Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 7 20 • 12,5 % vol Alkohol

15🯅

Verkostet am 25. April 2020 von Werner Elflein

Helles Gelb mit strohgelben Akzenten. Schlank angelegtes, dezent buttriges Bukett mit feiner Note von grünem Apfel und einem Hauch Vanille. Auf der Zunge mit lebendigem Auftakt, animierendem Spiel und reifer, gut integrierter Säure. Sehr lang und durchaus nachhaltig. Präsentiert sich bereits in seiner jugendlichen Phase recht zugänglich.

WeinweißtrockenWeißer Riesling

2019er Riesling Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 11 20 • 12,5 % vol Alkohol

15,5🯅

Verkostet am 24. April 2020 von Werner Elflein

Brillantes, helles und reflexreiches Gelb. Noch jugendliche, von der Füllung geprägte Nase. Charaktervoller und zupackender, kompromisslos trockener Riesling mit vitaler, vibrierender Säure und markanter Mineralität. Zeigt nach Behandlung im Ovarius-Dekanter Aromen von grünem Apfel. Würzig und pikant, mit langem Abgang.

WeinweißtrockenRuländer

2019er Grauer Burgunder Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 14 20 • 12 % vol Alkohol

14🯅

Verkostet am 7. Mai 2020 von Werner Elflein

Blassgelb mit strohgelben Reflexen. Von zarten Vanillenoten geprägter Duft nach grünem Apfel. Im Mund mit viel Frische und schlanker Grauburgunderaromatik. Setzt auf Leichtigkeit und Unkompliziertheit. Gute Länge.

WeinweißtrockenSauvignon Blanc

2019er Sauvignon Blanc Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 12 20 • 12,5 % vol Alkohol

16🯅

Verkostet am 13. Mai 2020 von Werner Elflein

Helles, weißgolden leuchtendes Zitronengelb. Aromenreiches und von den Pyrazinen der Rebsorte geprägtes Bukett mit Duft nach Stachelbeere und Grapefruit. Auf der Zunge gesellen sich tropische und Zitrusfrüchte, insbesondere Ananas, hinzu. Erinnert eher an den neuseeländischen Typ eines Sauvignon Blancs als an den der Loire, lässt sich jedoch stilistisch nicht eindeutig zuordnen. Animierende Säure. Sehr trocken. Lang und nachhaltig.

WeinrosétrockenCabernet SauvignonMerlot

2019er Cabernet Sauvignon & Merlot Rosé Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 21 20 • 12 % vol Alkohol

15,5🯅

Verkostet am 11. Mai 2020 von Werner Elflein

Lachsrosa. Fruchtbetonter, leicht säuerlicher Duft nach Nektarine und rosa Grapefruit. Zupackend, mit persistenter Aromatik und animierender Frische. Schmeckt kompromisslos trocken. Sehr lang und nachhaltig. Ein Rosé wie aus dem Bilderbuch.

WeinweißsüßWeißer Riesling

2019er Hainfelder Kapelle Riesling Kabinett

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 10 20 • 8,5 % vol Alkohol

14,5🯅

Verkostet am 29. April 2020 von Werner Elflein

Helles Gelb. Feinwürziger, in Nuancen auch zartrauchiger Duft mit Anklängen von Orange. Saftiger Riesling mit süß-säuerlicher, durchaus expressiver Frucht, animierendem Spiel, eingebundener Säure und guter Länge.

WeinweißtrockenWeißer Burgunder

2018er Edesheimer Rosengarten Weißer Burgunder Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 30 19 • 13 % vol Alkohol

15🯅

Verkostet am 25. April 2020 von Werner Elflein

Mittleres Gelb mit strohgelbem Touch. Feiner, buttriger, seriöser Vanilleduft ohne nennenswerte Fruchtkomponente. Kleidet den Mund aus, ohne auch nur im Ansatz schwerfällig zu wirken. Lebt von einer hervorragenden Balance sämtlicher Geschmacksparameter und strahlt eine große innere Ruhe aus. Sehr gute Länge und Nachhaltigkeit.

WeinweißtrockenChardonnay

2018er Edesheimer Madonnenhöhe Chardonnay Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523 27 19 • 14 % vol Alkohol

17🯅

Verkostet am 5. Mai 2020 von Werner Elflein

Helles Strohgelb mit goldenen Reflexen. Feinste Barriquenoten mit deutlichen Vanillearomen und Nuancen von Steinobst. Konsistent von der Nase bis zum Abgang. Gute Präsenz am Gaumen bei hervorragend eingebundenem Alkohol. Leise, aber bestimmend, ohne jede Schwere. Lebendige Säure. Sehr lang und nachhaltig. Hat Stil und Substanz. Erinnert in der Stilistik an einen hochklassigen Chablis.

WeinrottrockenBlauer Spätburgunder

2017er Edesheimer Am Kirchberg Spätburgunder Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523  25 19 • 13 % vol Alkohol

16🯅

Verkostet am 2. Mai 2020 von Werner Elflein

Brillantes, dunkles Granatrot mit mittlerer Transparenz. In der Nase deutliche Barriquenote. Leicht süßlicher Duft mit Aromen von Sauerkirsche, Preiselbeere und Preiselbeerkonfitüre. Auf der Zunge noch unentwickelt mit kernigen, teils noch adstringierenden Tanninen, die jedoch nach Luftkontakt eine hohe Gerbstoffqualität andeuten. Vitale und belebende Säure, sehr gute Länge. Ab 2025 dürfte sich das Zeitfenster für den Genuss dieses ambitionierten wie gelungenen Spätburgunders öffnen.

WeinrottrockenBlauer Spätburgunder

2017er Apfelgarten Spätburgunder Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523  26 19 • 13 % vol Alkohol

16,5🯅

Verkostet am 2. Mai 2020 von Werner Elflein

Dunkles und beinahe blickdichtes Granatrot. In der Nase deutliche Röstaromen mit schokoladigem Touch. Konzentrierter Duft nach Preiselbeere und Brombeere. Auf der Zunge dicht und noch recht markanten Tanninen, die jedoch feinkörniger ausfallen als beim in der Grundaromatik ähnlichen Spätburgunder „Am Kirchberg“. Stilistisch erinnern sie und der Holzeinsatz an Jean Stodden, so dass auch hier von einer langen Reifedauer von mindestens zehn bis 15 Jahren auszugehen ist. Sehr gute Länge.

WeinrottrockenCabernet Sauvignon

2016er Dierbacher Kirchhöhe Cabernet Sauvignon Qualitätswein trocken

Deutschland

Pfalz • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Amtliche Prüfungsnummer 5021523  40 18 • 13,5 % vol Alkohol

14,5🯅

Verkostet am 27. April 2020 von Werner Elflein

Schwach transparentes Schwarzrot. Öffnet sich erst nach längerer Belüftung. Duft nach roter Johannisbeere, Ratatouille und Milchschokolade. Auf der Zunge mit grob- und feinkörnigen, noch leicht adstringierenden Tanninen, stabilem Säuregerüst, wieder etwas Milchschokolade und einer feinen kräuterigen Note. Gute Länge.

Zeichenerklärung
🯅Die Bewertung des Weins basiert auf einen einzelnen Verkoster. Der Verkoster wird namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte entweder offen oder blind. Im Falle einer blinden Verkostung ist diese explizit als solche gekennzeichnet.
🯅🯅Die Bewertung des Weins basiert auf zwei Verkostern. Die Verkoster werden namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte nach dem Vier-Augen-Prinzip, bei der sich beide Verkoster auf eine gemeinsame Bewertung einigen.
🯅🯅🯅Die Bewertung basiert auf einer Verkostung unserer Jury und gibt den von uns aus den Einzelbewertungen der Verkoster errechneten Mittelwert an. Unser Mittelwert basiert auf dem Median.
Die Bewertung des Weins erfolgte im Rahmen einer Blindverkostung. Für eine Blindverkostung gelten bei uns strenge Regeln. Die Verkoster erhalten grundsätzlich keinerlei Informationen, die eine Identifizierung der Weine ermöglicht. Weitere Informationen, die über die Themenstellung hinausgehen, sind den Verkostern nur dann zugänglich, wenn sie für das Verständnis der Weine unbedingt erforderlich sind.
🕓Für die Verkostung des Weins stand uns – typischerweise während einer offenen Verkostungsveranstaltung, beispielsweise einer Weinmesse – nur wenig Zeit zur Verfügung. Der Wein konnte daher in seiner Entwicklung im Glas nicht über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Die Aussagefähigkeit unserer Bewertung kann daher unter Umständen eingeschränkt sein.
Der Wein wurde als Fassmuster oder vor Erteilung einer amtlichen Prüfungsnummer oder staatlichen Prüfnummer verkostet. Muster ungefüllter Weine werden von uns nur in Ausnahmefällen akzeptiert, und auch nur dann, wenn wir von einer ausreichenden Stabilität auf der Flasche für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ausgehen können.
Der Wein zeigte sich bei unserer Verkostung sensorisch auffällig. Dabei muss es sich nicht zwingend um einen Weinfehler handeln. Qualität und Quantität der Auffälligkeit werden von uns kategorisiert und fließen in die Bewertung ein. Weinfehler wie Korkschmecker oder die untypische Alterungsnote führen grundsätzlich zu einer vollständigen Ablehnung.
Verkostungen, die sich auf dieselbe Flasche eines Weins beziehen, werden optisch durch eine Punktelinie zusammengefasst.