Wofür wir stehen
Unsere Werte und Ideale
Bild: PixabayÜber Wein zu schreiben ist einfach. Einen Wein verlässlich zu beurteilen ist es nicht. Eine glaubwürdige Weinkritik verlangt Fachwissen, Erfahrung und Sorgfalt. Vor allem aber verlangt sie die Bereitschaft, sich mit jedem Wein unvoreingenommen auseinanderzusetzen und sich ein unabhängiges Urteil über ihn zu bilden. Denn nur wer genau hinsieht, aufmerksam verkostet und sich die notwendige Zeit nimmt, kann einem Wein wirklich gerecht werden.
Seit 2001 widmen wir uns bei weinfreaks.de dieser Aufgabe. Unser Anspruch ist eine Weinkritik, die fair, sachkundig, nachvollziehbar und glaubwürdig ist.
Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit
Dass eine solche Weinkritik keineswegs selbstverständlich ist, zeigt ein Blick auf den internationalen Weinjournalismus. „Wes Brot ich ess', des Lied ich sing“ ist zu einem verbreiteten Prinzip geworden. Bezahlte Berichterstattungen, erkaufte Höchstbewertungen und werbefinanzierte Weinkritik gibt es inzwischen in vielen Bereichen.
Bei weinfreaks.de gelten andere Maßstäbe. Wir lassen uns von keinem Weingut, keinem Händler und keinem Veranstalter für eine bestimmte Bewertung bezahlen oder zu einem bestimmten Urteil bewegen. Unsere Bewertungen entstehen aus der Verkostung und auf Basis unserer fachlichen Einschätzung des jeweiligen Weines.
Das ist für Weinliebhaber ebenso wichtig wie für Weinerzeuger. Ein Weinerzeuger braucht keine Gefälligkeitsbewertung, sondern eine ehrliche Rückmeldung darüber, wie sein Wein tatsächlich wahrgenommen wird, mit seinen Stärken, gegebenenfalls aber auch mit seinen Schwächen. Ein unabhängiges Urteil kann dabei hilfreicher sein als eine Bewertung, die lediglich Erwartungen bestätigt. Es kann Anregungen geben und zur Weiterentwicklung beitragen.
Grundsätzlich steht die Teilnahme bei weinfreaks.de allen Weinerzeugern offen, selbstverständlich ohne Gebühren. Wir verlangen weder für die Aufnahme eines Weines noch für seine Verkostung oder Bewertung eine Gegenleistung, gleich welcher Art. Ebenso gibt es keine Bezahlschranke für unsere Weinbeschreibungen und Bewertungen. Das ist so und das bleibt so.
Glaubwürdigkeit und Transparenz
Glaubwürdigkeit und Transparenz sind für uns grundlegend für eine seriöse Weinkritik. Deshalb legen wir offen, wie wir arbeiten und stellen uns gerne deinen Fragen.
Bei weinfreaks.de erfährst du nicht nur, wie hoch wir einen Wein bewertet haben, sondern auch, wer ihn an welchem Tag und in welchem Kontext verkostet hat. Soweit verfügbar, nennen wir außerdem amtliche Prüfungsnummern (Deutschland), staatliche Prüfnummern (Österreich) oder Losnummern. Das ist keineswegs eine Nebensächlichkeit. Nicht selten gibt es von einem Wein mehrere Abfüllungen, die sich qualitativ durchaus unterscheiden können, mitunter sogar deutlich.
So schaffen wir eine verlässliche Grundlage dafür, unsere Bewertungen richtig zuzuordnen und miteinander zu vergleichen.
Aufmerksamkeit und Zeit
Wir verkosten alle Weine mit größtmöglicher Objektivität und versuchen, subjektive Einflüsse auf ein Minimum zu reduzieren. Jedem Wein räumen wir den Rahmen ein, den er für seine individuelle Entfaltung benötigt.
Verkostungen, in denen vor einer Jury nicht selten 100 und mehr Weine zur „Aburteilung“ in einer Reihe stehen, entsprechen nicht unseren fachlichen Vorstellungen eines sachgemäßen und würdevollen Umgangs mit einem handwerklichen Kulturgut.
Wir schenken jedem Wein die ihm gebührende Aufmerksamkeit und Zeit.
Fachwissen und Verantwortung
Als Weinkritiker tragen wir Verantwortung. Unsere Bewertungen können Kaufentscheidungen beeinflussen und sind damit sowohl für Weinliebhaber als auch für Weinmacher von Bedeutung. Dieser Verantwortung wollen wir mit einer sorgfältigen und professionellen Arbeitsweise gerecht werden.
Wein seriös zu verkosten, setzt sensorische Fähigkeiten, Fachwissen und Erfahrung voraus. Nicht jeder, der sich zum Weinkritiker berufen fühlt, verfügt über diese Voraussetzungen. In zahlreichen Publikationen – in Printmedien ebenso wie im Internet – sind uns Verkostungsnotizen begegnet, die Zweifel an der fachlichen Eignung ihrer Verfasser wecken. Das reicht von der fehlenden Fähigkeit, einen untypischen Alterungston zu erkennen und zu benennen, bis zur Weigerung, eine Infektion mit Brettanomyces als schwerwiegenden Weinfehler anzuerkennen.
Um es deutlich zu sagen: Eine seriöse Weinverkostung ist eine anspruchsvolle Arbeit, die nicht en passant geleistet werden kann. Dazu gehören eine gewissenhafte Vorbereitung, die sorgfältige Zusammenstellung der Flights, Konzentration und Aufmerksamkeit während der Verkostung und nicht zuletzt die Fähigkeit, die eigenen Grenzen zu kennen und das eigene Urteil kritisch zu hinterfragen.
Bei weinfreaks.de verfügen unsere Verkoster über fundiertes Fachwissen und vielfach über eine jahrzehntelange Erfahrung mit Wein. Beides bildet eine wichtige Grundlage unserer Arbeit, macht uns aber nicht unfehlbar. Auch Erfahrung schützt nicht vor allzu subjektiven Wahrnehmungen oder gelegentlichen Fehleinschätzungen. Glaubwürdigkeit entsteht für uns deshalb nicht durch den Anspruch, unfehlbar zu sein, sondern durch eine ehrliche, transparente und sorgfältige Arbeitsweise.
Widerspruch erlauben
Wein lebt auch vom Austausch über ihn. Unterschiedliche Wahrnehmungen, Erfahrungen und Urteile gehören dazu, werden miteinander verglichen, hinterfragt und immer wieder neu eingeordnet. Für uns ist dieser offene Diskurs ein wichtiger Teil der Auseinandersetzung mit Wein – und letztlich auch dessen, was Weinkultur ausmacht.