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Angerhof Tschida

Illmitz • Österreich

angerhof-tschida.jpgBild: Weingut Angerhof Tschida
Hans Tschida zieht eine Fassprobe

Angerhof Tschida

Angergasse 5
7142 Illmitz
Österreich
Telefon: +43 2175 3150
Internet: www.angerhof-tschida.at
E‑Mail: weingut@angerhof-tschida.at

Illmitz ist ein außergewöhnlicher Ort in der Welt des Weins. Keine andere Gemeinde kann für sich in Anspruch nehmen, gleich zwei der bedeutendsten Süßweinproduzenten Österreichs hervorgebracht zu haben. Mit dem Weinlaubenhof Kracher und dem Angerhof Tschida beheimatet der kleine Ort im Seewinkel zwei Weingüter, die die internationale Wahrnehmung österreichischer Süßweine über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt haben. Die einzigartigen klimatischen Bedingungen am Neusiedler See – warme Herbsttage, kühle Nächte und die für die Edelfäule so wichtigen Nebelschwaden – machen Illmitz zu einem der großen Süßwein-Terroirs der Welt.

Doch selbst in Illmitz, dem Mekka österreichischer Süßweine, nimmt Hans Tschida eine Sonderstellung ein. Er ist kein Winzer, der sich auf einen einzigen Weinstil festlegen lässt, sondern ein Meister der österreichischen Süßweintradition in all ihren Ausprägungen. Kein anderer Süßweinspezialist beherrscht die gesamte Bandbreite edelsüßer Weine mit einer vergleichbaren Präzision und Konstanz. Ob Schilfwein, Eiswein, Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese – Jahr für Jahr entstehen im Angerhof Tschida Weine, die eindrucksvoll zeigen, welche Vielfalt und welches Qualitätsniveau der österreichische Süßwein erreichen kann.

Eine besondere Stellung nimmt dabei der Schilfwein ein. Diese burgenländische Rarität ist weit mehr als eine regionale Spezialität, sie zählt vielmehr zu den anspruchsvollsten Disziplinen der Süßweinbereitung. Im Gegensatz zu Weinen, die ihre Konzentration durch Edelfäule oder Frost erhalten, werden für den Schilfwein ausschließlich gesunde und vollreife Trauben verwendet. Nach der Lese lagern sie über mehrere Wochen auf Schilfmatten, wo sie langsam eintrocknen und dabei Zucker, Säure und Aromen auf natürliche Weise konzentrieren.

Die Herstellung erfordert ein außergewöhnliches Gespür für den richtigen Lesezeitpunkt und die optimale Dauer der Trocknung. Nur wenn alle Faktoren perfekt zusammenspielen, entsteht jener faszinierende Spannungsbogen aus konzentrierter Frucht, lebendiger Säure und filigraner Eleganz, der große Schilfweine auszeichnet. Kaum ein anderer Winzer hat diese traditionelle Kunst über Jahrzehnte hinweg so konsequent kultiviert und zu internationaler Anerkennung geführt wie Hans Tschida. Seine Schilfweine gehören seit Jahren zu den besten ihrer Art und genießen weit über die Grenzen Österreichs hinaus einen exzellenten Ruf.

Die Weine im Überblick

WeinweißsüßGoldmuskateller

2023er Goldmuskateller Eiswein

Österreich

Burgenland

Staatliche Prüfnummer E 1655 24 • 7,5 % vol Alkohol

18,5🯅

Verkostet am 24. Juli 2026 von Werner Elflein

Der Goldmuskateller ist eine autochthone Rebsorte, die aus dem Norden Italiens stammt und dort unter dem Namen Moscato Giallo sowie zahlreichen lokalen Synonymen bekannt ist. Sie ist eine Kreuzung aus dem Gelben Muskateller und einem noch unbekannten Kreuzungspartner. Im Vergleich zum Gelben Muskateller reift sie später, ist dickschaliger und widerstandsfähiger gegen Botrytis. In Deutschland und Österreich ist die Rebsorte erst seit 2018 offiziell zugelassen. Der 2023er Eiswein von Hans Tschida zeigt sich im Glas in einem reflexreichen hellen Goldgelb. Die von einem deutlichen Eisweinton geprägte Nase ist hochkomplex und deckt ein enorm breites Fruchtspektrum ab. Neben floralen Nuancen, die an weiße Blüten erinnern, einer Spur Honig und einer hochfeinen Muskatnote entdecke ich den Abrieb von Schalen verschiedenster Zitrusfrüchte, allen voran Zitrone, Grapefruit und Kumquat. Daneben auch tropische Anklänge von Maracuja. Am Gaumen überrascht der Eiswein mit einer saftigen und überaus cremigen Fülle. Die reife Säure ist vital, aber hervorragend eingebunden. Die Süße ist präsent, sticht aber nicht übermäßig hervor. Nahezu perfekte Balance. Im Finale Limette. Exzellente Länge, minutenlanger Nachhall.

WeinrotsüßZweigelt

2022er Zweigelt Schilfwein

Österreich

Burgenland

Staatliche Prüfnummer E 1952 24 • 7,5 % vol Alkohol

18🯅

Verkostet am 11. August 2026 von Werner Elflein

Transparentes, helles Bordeauxrot mit zartem violetten Touch. Fruchtbetontes Bukett mit einer breiten Aromenpalette von teils frischen, teils gedörrten, überwiegend roten, teilweise aber auch dunklen Früchten. Neben Cassis, Süß- und Cocktailkirsche sind auch Himbeere, Heidelbeere und Blackpflaume wahrnehmbar. Deutliche Waldhonignote. Entfernt sich die Nase vom Glasrand, wird die Frucht dezenter und kommen eher feinwürzige Nuancen zum Vorschein. Auf der Zunge besticht der Schilfwein mit beeindruckender Eleganz und Klarheit, samtiger Textur, harmonischer Säure und einer nicht zu üppigen Süße. Hervorragende Länge. Recht leiser Abklang mit Anklängen von hellem Nougat und Toffee.

WeinweißsüßGrüner Veltliner

2013er Grüner Veltliner Late Release Schilfwein

Österreich

Burgenland

Staatliche Prüfnummer N 726 26 • 9,5 % vol Alkohol

18,5🯅

Verkostet am 27. Juli 2026 von Werner Elflein

Nach 13-jähriger Reife im Edelstahlbehälter erst im Jahr 2026 gefüllt und in Verkehr gebracht. Gold- bis Bernsteingelb. Dezent honigwürzige Nase von getrockneten Kräutern mit Aromen von Steinobst, insbesondere Aprikose, und Honigmelone. Im Hintergrund ätherische Noten, die an Eukalyptus erinnern. Auf der Zunge mit hochfeiner, unaufdringlicher Süße. Großartige Klarheit. Anklänge von Konfitüre aus hellen Früchten. Gutes Säurefundament. Exzellente Länge, enormer Nachhall. Zeitlos.

Zeichenerklärung
🯅Die Bewertung des Weins basiert auf einen einzelnen Verkoster. Der Verkoster wird namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte entweder offen oder blind. Im Falle einer blinden Verkostung ist diese explizit als solche gekennzeichnet.
🯅🯅Die Bewertung des Weins basiert auf zwei Verkostern. Die Verkoster werden namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte nach dem Vier-Augen-Prinzip, bei der sich beide Verkoster auf eine gemeinsame Bewertung einigen.
🯅🯅🯅Die Bewertung basiert auf einer Verkostung unserer Jury und gibt den von uns aus den Einzelbewertungen der Verkoster errechneten Mittelwert an. Unser Mittelwert basiert auf dem Median.
Die Bewertung des Weins erfolgte im Rahmen einer Blindverkostung. Für eine Blindverkostung gelten bei uns strenge Regeln. Die Verkoster erhalten grundsätzlich keinerlei Informationen, die eine Identifizierung der Weine ermöglicht. Weitere Informationen, die über die Themenstellung hinausgehen, sind den Verkostern nur dann zugänglich, wenn sie für das Verständnis der Weine unbedingt erforderlich sind.
🕓Für die Verkostung des Weins stand uns – typischerweise während einer offenen Verkostungsveranstaltung, beispielsweise einer Weinmesse – nur wenig Zeit zur Verfügung. Der Wein konnte daher in seiner Entwicklung im Glas nicht über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Die Aussagefähigkeit unserer Bewertung kann daher unter Umständen eingeschränkt sein.
Der Wein wurde als Fassmuster oder vor Erteilung einer amtlichen Prüfungsnummer oder staatlichen Prüfnummer verkostet. Muster ungefüllter Weine werden von uns nur in Ausnahmefällen akzeptiert, und auch nur dann, wenn wir von einer ausreichenden Stabilität auf der Flasche für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ausgehen können.
Der Wein zeigte sich bei unserer Verkostung sensorisch auffällig. Dabei muss es sich nicht zwingend um einen Weinfehler handeln. Qualität und Quantität der Auffälligkeit werden von uns kategorisiert und fließen in die Bewertung ein. Weinfehler wie Korkschmecker oder die untypische Alterungsnote führen grundsätzlich zu einer vollständigen Ablehnung.
Verkostungen, die sich auf dieselbe Flasche eines Weins beziehen, werden optisch durch eine Punktelinie zusammengefasst.