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Château La Tour Carnet

Saint-Laurent-Médoc • Frankreich

la-tour-carnet.jpgBild: Geographer via Wikipedia, veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (Größe und Zuschnitt angepasst)
Eingang zu Château La Tour Carnet

Château La Tour Carnet

Darrous
33112 Saint-Laurent-Médoc
Frankreich
Telefon: +33 5 56733090
Internet: www.chateau-latourcarnet.fr
E‑Mail: visite@latour-carnet.com

Château La Tour Carnet zählt zu den ältesten Weingütern im Médoc. Seine Wurzeln reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Seinen Namen verdankt das Château dem Ritter Jean Carnet, der das Anwesen – das damals noch Château de Saint-Laurent hieß – im 15. Jahrhundert während der Religionskriege als Bollwerk befestigte. Die mittelalterliche Architektur, insbesondere der markante, 1120 erbaute Wehrturm, ist bis heute erhalten geblieben und verleiht dem Château ein besonderes Flair.

1855 wurde La Tour Carnet als Quatrième Grand Cru klassifiziert. Seit 1999 gehört das Weingut dem Unternehmer und Weinmagnaten Bernard Magrez, der umfangreiche Investitionen tätigte und sich die Dienste des Önologen Michel Rolland sicherte.

Die Weinberge von La Tour Carnet erstrecken sich über rund 200 Hektar (59 % Merlot, 37 % Cabernet Sauvignon, 3 % Petit Verdot und 1 % Cabernet Franc). Die Böden bestehen hauptsächlich aus Kies, Ton und Kalkstein. Das Durchschnittsalter der Reben beträgt circa 30 Jahre. Das Ertragsniveau liegt unter 50 Hektolitern pro Hektar. Die Vinifikation erfolgt in temperaturkontrollierten Edelstahltanks sowie in kleineren Gärbehältern, um die Einzellagen separat zu vinifizieren. Bis zu 18 Monate reifen die Weine in französischen Barriques. Der Zweitwein trägt den Namen Les Pensées de La Tour Carnet.

Bernard Magrez setzt auf Präzision im Weinberg und Keller, darunter auch moderne Technologien wie Drohnen, optische Sortierung und Blockchain-Verfolgung.

Die Weine im Überblick

WeinrottrockenCabernet FrancCabernet SauvignonMerlot

2002er Château La Tour Carnet

Quatrième Grand Cru Classé

Frankreich

Bordeaux ↳ Haut-Médoc • Appellation d'origine contrôlée (AOC)

13,5 % vol Alkohol

17,5🯅

Verkostet am 24. Mai 2025 von Werner Elflein

Der Wein brauchte Zeit. Gleich mehrere Kritiker haben ihn in der Vergangenheit völlig verkannt. Wie übrigens viele andere Bordeaux' des Jahrgangs 2002 auch. Blickdichtes Schwarzrot. In der Nase feine Röstaromen, Aromen von Holunder und ein Hauch Grafit. Auf der Zunge nach über 20 Jahren immer noch frisch und lebendig. Zunächst ein wenig unharmonisch und mit recht prononcierter Säure. Nach rund einer Stunde im Dekanter wandelt sich das Bild völlig. Nunmehr perfekt integrierte Säure, hervorragende Balance. Herausragende Tanninstruktur. Teils grobkörnige, polymerisierte, teils nahezu samtige und alles andere als adstringierende Gerbstoffe. Erstaunlich vital. Tief und lang, mit exzellentem Nachhall.

Zeichenerklärung
🯅Die Bewertung des Weins basiert auf einen einzelnen Verkoster. Der Verkoster wird namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte entweder offen oder blind. Im Falle einer blinden Verkostung ist diese explizit als solche gekennzeichnet.
🯅🯅Die Bewertung des Weins basiert auf zwei Verkostern. Die Verkoster werden namentlich im Kontext der Bewertung genannt. Die Verkostung erfolgte nach dem Vier-Augen-Prinzip, bei der sich beide Verkoster auf eine gemeinsame Bewertung einigen.
🯅🯅🯅Die Bewertung basiert auf einer Verkostung unserer Jury und gibt den von uns aus den Einzelbewertungen der Verkoster errechneten Mittelwert an. Unser Mittelwert basiert auf dem Median.
Die Bewertung des Weins erfolgte im Rahmen einer Blindverkostung. Für eine Blindverkostung gelten bei uns strenge Regeln. Die Verkoster erhalten grundsätzlich keinerlei Informationen, die eine Identifizierung der Weine ermöglicht. Weitere Informationen, die über die Themenstellung hinausgehen, sind den Verkostern nur dann zugänglich, wenn sie für das Verständnis der Weine unbedingt erforderlich sind.
🕓Für die Verkostung des Weins stand uns – typischerweise während einer offenen Verkostungsveranstaltung, beispielsweise einer Weinmesse – nur wenig Zeit zur Verfügung. Der Wein konnte daher in seiner Entwicklung im Glas nicht über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Die Aussagefähigkeit unserer Bewertung kann daher unter Umständen eingeschränkt sein.
Der Wein wurde als Fassmuster oder vor Erteilung einer amtlichen Prüfungsnummer oder staatlichen Prüfnummer verkostet. Muster ungefüllter Weine werden von uns nur in Ausnahmefällen akzeptiert, und auch nur dann, wenn wir von einer ausreichenden Stabilität auf der Flasche für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ausgehen können.
Der Wein zeigte sich bei unserer Verkostung sensorisch auffällig. Dabei muss es sich nicht zwingend um einen Weinfehler handeln. Qualität und Quantität der Auffälligkeit werden von uns kategorisiert und fließen in die Bewertung ein. Weinfehler wie Korkschmecker oder die untypische Alterungsnote führen grundsätzlich zu einer vollständigen Ablehnung.
Verkostungen, die sich auf dieselbe Flasche eines Weins beziehen, werden optisch durch eine Punktelinie zusammengefasst.